T A R O T




Erklärungsmodelle

Es gibt grundsätzlich zwei Erklärungsmöglichkeiten dafür, warum das Ergebnis einer Tarot-Lesung Relevanz für die Beantwortung einer Frage haben kann. Die eine ist esoterisch-spirituell, die andere psychologisch.


Damit dieses Thema nicht allzu theoretisch bleibt, möchte ich hier zwei Beispiele für eine Kartensitzung anführen:

F: steht für den Frager/in
I: für mich (Ingrid)

Ein 40-jähriger Mann bittet mich, ihm die Karten zu legen. Er hat keine bestimmte Frage, er will „gerade mal so wissen“, was die Karten ihm sagen. Er mischt die Karten, und ich lege sie vor ihm aus. Er zieht folgende sieben Karten.

Ich wähle den Tarot-Zauberspruch:

Gelegte Karten

I: Oben ist das Kelch-As. – es steht für ein gutes seelisches Grundgefühl, dafür, dass du dich annehmen kannst wie du bist.
F: Ja ich freu mich darüber. Ich fühle, dass ich mich zur Zeit mehr akzeptiere, mich zulasse, wie ich bin.
I: Schau, wie schön. Die Sonne deckt dich. – da kann dir eigentlich nicht viel passieren.
F: oh! – aber die Schwert-2?
I: Ja. – Die Sonne zeigt an, dass du dich sorgenlos, frei wie ein Kind und unbeschwert fühlst. Diese Unabhängigkeit scheint dir Angst zu machen, weil du nicht weißt, wie du dich entscheiden sollst.
- Was dich treibt, ist die Suche nach Glück, Abenteuer und Erfolg (Stab-6), und was dir bleibt, sind Angriffe und Neid (Stab-7). Das kostet Kraft, auch wenn du der Herausforderung gewachsen bist. Diese Karte (Kelch-2) zwingt dich zu Boden. Das heißt, dass eine Begegnung, eine Beziehung, eine Frau, dich in die Knie zwingen will oder wird. Es sieht so aus, als wolltest du mehr Freiheit, als dir andere zu geben bereit sind. Aber du bist auch selbst nicht ganz sicher, wie du leben möchtest (Schwert-2).

Meine Vermutung wird von ihm bestätigt. Nach einer fünfzehnjährigen Beziehung möchte er jetzt frei und ungebunden leben, nehmen, was kommt.

F: Aber dann begegne ich einer Frau, verliebe mich und schon sitze ich in der Falle. Bleibe ich mit der Frau, verliere ich meine Unabhängigkeit, andernfalls verliere ich die Frau. Am liebsten hätte ich beides, aber da spielt keine Frau mit.
I: Die Zukunft bringt dir die Hohepriesterin, die magische Frau. Sie bleibt ganz bei sich, spürt nur ihre eigene innere Stimme, und sie lebt im Augenblick. Das ist der Rat, den dir das Tarot gibt: Bleib dir selber treu, das ist das einzige was zählt.

Ein weiteres Beispiel:

Eine 25-jährige Frau ist einem Mann begegnet und möchte mehr über die Beziehung und ihre Gefühle erfahren.
Sie legt das kleine Kreuz:
Karten

I: Die Karten sagen, dass du starke und von Glück erfüllte Gefühle in diese Beziehung einbringst (Kelch-3). Der Mann ist stark und vital, er will das Leben in vollen Zügen genießen (Stabritter). Deine Reaktion auf diesen Mann ist sehr nachdenklich. Einerseits hoffst du auf einen guten Neuanfang und andererseits spürst du bereits, dass es eine Wiederholung einer dir schon bekannten Problematik geben könnte.

Die junge Frau erzählt, dass sie durch die Begegnung sehr verunsichert ist, dass sie innerlich aufgewühlt ist, weinen könnte und lachen zugleich.

I: Der Mond gibt dir die Botschaft, deine Ängste und Unsicherheiten anzunehmen, tief in dich selbst zu spüren und deinen Ahnungen Raum zu geben. Mal schauen, was daraus erwächst.
F: Und was könnte daraus erwachsen?
I: zieh noch eine Karte damit wir sehen wohin dich dein Spüren bringen kann.

Sie zieht „den Wagen“

I: Das ist schön. Siehst du, aus dem Zweifel und der Unsicherheit wächst Sicherheit und Stärke. Du hältst die Zügel in der Hand und bestimmst deinen Weg.
Eine gute Karte für einen Neubeginn.